Suchmaschinenoptimierung: Und was ist mit Bing?

Deutsche SEO-Manager gehören zu den treuesten überhaupt. Gegen ihre große Liebe Google haben andere Suchmaschinen wie Bing und Yahoo keine Chance. Doch warum wirft man der Konkurrenz allenfalls verstohlene Blicke hinterher? Lohnt sich die Suchmaschinenoptimierung für Bing überhaupt?

Was Google so attraktiv macht

Größe macht attraktiv. Und Google kann in Deutschland die mit Abstand größten Marktanteile vorweisen. 2014 wurden knapp 95 Prozent aller Suchanfragen im Internet über Google getätigt. Bing kam hingegen auf einen Anteil von gerade einmal 3,5 Prozent. Weil Yahoo seine Trefferliste ebenfalls aus dem Bing-Index generiert, kommt Microsofts Suchmaschine auf einen Gesamtanteil von insgesamt knapp 5 Prozent. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen erscheinen spezielle SEO-Maßnahmen für Bing tatsächlich wie vergebliche Liebesmüh.

Internationaler Vergleich

Interessant ist jedoch ein Blick auf die internationalen Marktanteile. In den USA ist die Macht von Google deutlich geringer. Hier kam Google 2014 auf einen Anteil von etwa 65 Prozent, während etwa 30 Prozent der Suchanfragen über Bing oder Yahoo liefen. Auch in anderen Ländern steht Microsoft im Vergleich mit Google deutlich besser da. Hinzukommt, dass die Bedeutung von Yahoo künftig wieder wachsen könnte. Darauf deutet zumindest der massive Expansionskurs des Unternehmens hin.

Für wen lohnt sich Bing-SEO?

Wer eine deutschsprachige Website betreut, für den lohnt sich eine Suchmaschinenoptimierung für Bing eher nicht. Unternehmen mit einer internationalen Zielgruppe und verschiedensprachigen Online-Präsenzen könnten hingegen über entsprechende Maßnahmen nachdenken. Zuvor sollte der Marktanteil der Suchmaschinen und deren jeweilige Rankingfaktoren im betreffenden Land analysiert werden. Gegebenenfalls lassen sich die SEO-Maßnahmen den entsprechenden Vorgaben anpassen. Bleibt die Frage, wie sich die Rankingfaktoren von Bing und Google überhaupt unterscheiden.

Rankingfaktoren von Bing

Große Unterschiede sind bei den Rankingfaktoren nicht auszumachen. Stattdessen sind es Kleinigkeiten, die über eine bessere Platzierung bei Bing oder bei Google entscheiden. Dies hat allerdings auch seine Vorteile. Denn, wenn Sie Ihre Website für die eine „Braut“ schick machen, strahlt sie grundsätzlich auch für die andere Attraktivität aus.

Für beide Suchmaschinen sind eine hohe Anzahl hochwertiger Backlinks sowie die Popularität der Domain relevant. Sowohl Bing als auch Google berücksichtigen soziale Faktoren, allerdings gewichten sie die Social Media-Kanäle erwartungsgemäß unterschiedlich. Google+ spielt für Bing eine geringere Rolle, dafür werden Aktivitäten via Facebook oder Twitter stärker gewichtet. Ein größerer Unterschied lässt sich beim Aufbau von URLs ausmachen. Bing bevorzugt kurze URLs, gewichtet im Vergleich zu Google jedoch Keywords in der URL weniger stark. Wer auf seiner Website AdSense-Anzeigen schaltet, sollte zudem damit rechnen, dass sie bei Bing schlechter rankt als bei Google.