Traffic-Bot und Wurstfinger-Effekt: So will Google seine Anzeigen verbessern

Gute Nachrichten für Unternehmen, die bei Google Anzeigen schalten: Der Suchmaschinen-Riese möchte seine Vertrauenswürdigkeit stärken und geht deshalb gegen Anzeigenbetrug durch Traffic-Bots vor. Außerdem sagt er dem sogenannten Wurstfinger-Effekt bei mobilen Google Ads den Kampf an.

Schluss mit dem Wurstfinger-Effekt

Jeder Klick auf eine Anzeige bei Google kostet den Inserenten bares Geld. Daher ist es besonders ärgerlich, wenn ein User dann nur versehentlich auf den Link oder Button klickt. Doch gerade bei Anzeigen auf dem Smartphone haben sich Nutzer schnell vertippt und ein Angebot geöffnet, das sie gar nicht interessiert. Dieses Phänomen bezeichnen Experten als den Wurstfinger-Effekt. Nach Angaben von Google kommen ganze 50 Prozent der Klicks auf mobile Werbung durch diesen unfreiwilligen Displaykontakt zustande. Das soll sich nun aber ändern, zumindest bei AdWords möchte die Suchmaschine mit gezielten Maßnahmen sicherstellen, dass nur noch die User auf eine Anzeige klicken, die sich auch wirklich dafür interessieren. Zu den Neuerungen zählt beispielsweise, dass der äußere Rand einer mobilen Anzeige nicht mehr klickbar ist, sondern bloß ein Button oder Bild innerhalb der Anzeige. Außerdem werden die Ads mit einer Klick-Verzögerung versehen: Erst einige Sekunden, nachdem sie geladen wurden, können sie angewählt werden. Dank weniger fehlgeleiteter Klicks sollen Unternehmen unnötige Ausgaben vermeiden und User von lästigen Unterbrechungen beim Surfen verschont werden.

Google kämpft gegen Traffic-Bots bei Anzeigen

Google verkündete in diesem Sommer noch eine weitere Neuerung: Der Suchmaschinen-Gigant will verstärkt gegen sogenannte Traffic-Bots vorgehen. Dabei handelt es sich um Programme, die künstlich den Traffic auf Ads erhöhen – für Anzeigenkunden ein teurer Spaß: Sie zahlen für Klicks, ohne Aussicht auf einen neuen Kunden zu haben. Doch auch für die Suchmaschine ist das ein Problem, schließlich sinkt so der Wert ihrer Anzeige beziehungsweise das Vertrauen der Anzeigenkunden. Dieses Problem betrifft auch andere Branchengrößen. Deshalb haben sich Google, Facebook und Yahoo mit weiteren Unternehmen zusammengetan, um mit dem Projekt "Trustworthy Accountabilty Group" eine Strategie gegen die Traffic-Bots zu entwickeln. Ziel der Bemühung ist unter anderem, menschlichen Traffic besser zu erkennen. Bis Anzeigenkunden von dieser Kooperation merklich profitieren, wird es jedoch wahrscheinlich noch etwas dauern.