Commerzbank-Studie: So reagiert der Mittelstand auf die Digitalisierung

In einer aktuellen Commerzbank-Studie wurde der Mittelstand zu den Folgen der Digitalisierung befragt. 4.000 Führungskräfte aus ganz Deutschland gaben Auskunft darüber, inwiefern sich die Digitalisierung auf die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs oder Produktlebenszyklen auswirkt. Insgesamt zeigten die Manager sich optimistisch, aber auch zögerlich. Die wichtigsten Ergebnisse erfahren Sie in dieser Zusammenfassung.

Kommt Zeit, kommt Rat: Viele Mittelständler warten noch ab

Viele der 4.000 Führungskräfte aus dem Mittelstand stehen der Digitalisierung skeptisch gegenüber. 63 Prozent der Befragten gaben in der groß angelegten Studie mit dem Titel "Management im Wandel: Digitaler, effizienter, flexibler!" an, dass Sie das Thema Digitalisierung derzeit noch vernachlässigen würden. Als Gründe dafür nannten sie die unterschiedlichsten Hürden:

  • 53 Prozent schrecken vor der Komplexität und der Geschwindigkeit der technischen Entwicklung zurück.
  • 50 Prozent empfinden den Investitionsbedarf als zu hoch.
  • 49 Prozent zögern aufgrund der Sicherheitsrisiken und Datenschutzprobleme.
  • 35 Prozent gaben die unsicheren Erfolgsaussichten als Grund für ihr Zögern an.

Aber: Der deutsche Mittelstand erkennt auch die Potenziale

Trotz der allgemeinen Skepsis im Mittelstand betrachten 86 Prozent der befragten Führungskräfte die zunehmende Digitalisierung tendenziell positiv – und das, obwohl 40 Prozent von ihnen aufgrund neuer Wettbewerber und der "Industrie 4.0" bzw. der steigenden Zahl von Robotern am Arbeitsplatz einen Verlust von Arbeitsplätzen befürchten. Gleichzeitig sehen 63 Prozent der Befragten die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs als eine der größten Herausforderungen. Weiterhin haben die Befragten in Hinsicht auf die zunehmende Digitalisierung das Gefühl, ihre Produktivität steigern zu müssen, während sie ihre Kosten senken müssten. Ein Irrglaube?

Herausforderungen der Digitalisierung aus Sicht des Mittelstands

43 Prozent der befragten Führungskräfte aus dem Mittelstand betrachten die Kostenreduktion als größte Herausforderung der nächsten fünf Jahre. Nur 32 Prozent gaben die Erschließung neuer Vertriebswege als größte Hürde an. Digitalisierung in erster Linie unter dem Aspekt der Kosteneffizienz zu betrachten, dürfte aber weniger zielführend sein, als neue Kundengruppen anzusprechen. Hier können traditionelle Unternehmen von Start-ups lernen, die schon länger neue Vertriebswege über das Internet erschließen. Diese digitalen Vorreiter warten nicht ab, sondern starten Pilotprojekte und analysieren die Potenziale neuer Produkte, anstatt sich am Umfeld zu orientieren, oder stellen technische Profis ein. Eventuell ziehen diese Pioniere dann bald an den abwartenden Unternehmen vorbei. Denn "Mut zum Ausprobieren ist das beste Rezept, um den digitalen Wandel im Unternehmen erfolgreich zu managen", so Markus Beumer, Vorstand der Commerzbank.