Kontextuelle Modularisierung von digitalen und traditionellen Lernobjekten

Heute gehören Computer und Internet zum Alltag jeder Generation und sind Teil aller Bildungsinstitutionen und Unternehmen, für die entsprechende multimediale und internetbasierte Ressourcen und Formen des E-Learnings entwickelt wurden. Jedoch besteht immer noch enormer organisatorischer, qualitativer, didaktischer und technischer Gestaltungsbedarf für erfolgreiche und effiziente Produktionsprozesse von E-Learnings. Das höchste Ziel dieser Lernform ist nämlich die Unterstützung bei der Gestaltung ganzheitlicher und qualitativ hochwertiger Bildungsprozesse.

Die technischen Innovationen bieten die Voraussetzung einer erforderlichen pädagogischen Infrastruktur, auf deren Grundlage neue Bildungsressourcen, aufgabenorientierte didaktische Konzeptionen und Kulturen des Lehrens sowie des selbstorganisierten kooperativen Lernens entwickelt werden können.

Dennoch ist die Erstellung hochwertiger digitaler Lernmaterialien mit hohen Kosten verbunden. Aus diesem Grund wird eine Wiederverwendung bestehender Lernmaterialien angestrebt. Das Konzept der Wiederverwendung findet sich in den Lernobjekten wieder. Dabei handelt es sich um digitale Lernmaterialien, welche einmal erstellt und anschließend in verschiedenen Kontexten wiederverwendet werden können.

Die Verwaltung und Bereitstellung der Lernobjekte erfolgt unter anderem durch Lernplattformen wie „Learning Content Management Systeme“, die durchaus mehrere tausende Lernobjekte beinhalten können. Für das Auffinden und Wiederverwenden von Lernobjekten innerhalb großer Datenbestände sind Metadaten erforderlich. Die Metadaten eines Lernobjekts beschreiben üblicherweise seine Beziehungen zu anderen Lernobjekten, seinen Inhalt, seinen Lebenszyklus, seine technischen Eigenschaften und seine mögliche Verwendung. Metadaten können das Auffinden von Lernobjekten innerhalb eines technischen Systems signifikant verbessern, indem sie dabei helfen, relevante von irrelevanten Lernobjekten zu unterscheiden. Aufgrund des hohen Zeit- und Arbeitsaufwands für die Erstellung der Metadaten sind die technischen Systeme, welche Metadaten intensiv benutzen, nicht weit verbreitet.

Zur ausführlichen Beschreibung aller Elemente eines einstündigen Kurses kann es beispielsweise notwendig sein, mehrere hundert separate Metadatenwerte festzulegen. Untersuchungen im Bereich des digitalen Lernens sind sehr fassettenreich. Sowohl die didaktische als auch die technische Konzeption von digitalen und traditionellen Lernumgebungen bedingen verschiedenartige Aspekte, unter anderem die der Informatik, der Pädagogik, der jeweiligen Fachdidaktik und der Psychologie. Antrieb für Veränderungen sind dabei wechselseitig sowohl neue technische Entwicklungen wie Web 2.0, Semantik und Mobile Devices, neue Erfahrungen zu Effekten und Einflussvariablen beim Lernen und Lehren als auch Änderungen in der bildungstheoretischen Auffassung vom Lernen.

Moderne Lernsysteme unterstützen bereits klassische formelle Lerntheorien. Sie sollen nun auch den Weg des gesellschaftlichen Wandels zu lebenslangem Lernen finden, indem auch informelle Lernsituationen eingebunden werden. Lange Zeit galt, dass elektronisch gestützte Lernen als die kostensparende Alternative zu Präsenzveranstaltung ist. Jedoch hat sich gezeigt, dass die zum Teil erheblichen Aufwände und Herausforderungen bei der Entwicklung von hochwertigen E-Learnings nicht zu unterschätzen sind.

Untersuchungen haben ergeben, dass die unterstützenden Lernsysteme und Produktionsprozesse der Unternehmen sich in den letzten 10 bis 15 Jahren kaum verändert haben. Dadurch haben neue Technologien, Verfahren, Methoden und Standards den Einzug in die unternehmensbezogene Erwachsenenbildung verpasst. Wo Unternehmen scheitern, gehört die ständige Erforschung neuer Trends an Universitäten, bedingt durch kostengünstige studierende Forscher zum Alltag.

In einigen Facharbeiten entwickelte Konzepte sollen interessierten Unternehmen aufzeigen und mit betriebswirtschaftlichen Aspekten untermauern, dass heute bereits alle technischen Voraussetzungen für eine kontextuelle Modularisierung von Lernobjekten bestehen. Zudem sollen die dadurch zu erreichenden Einsparpotenziale und neue Vermarktungsstrategien die Unternehmen dazu bewegen, ihre Lernprozesse zu überdenken.

Herausforderungen des E-Learnings reichen von lerntheoretischen Grundlagen über die Vielzahl technischer Entwicklungen bis hin zu praxisnahen Ansätzen. Die Themen überschneiden sich dabei teilweise. Die intelligente Speicherung von standardisierten multimedialen Inhalten in Datenbanken und Repositorien rückt immer weiter in den Fokus der Unternehmen. Dank des Einsatzes von XML und Standards für die Strukturierung von Inhalten ist die Verarbeitung von text-, bild- und tonbasierten Informationen in den letzten Jahren deutlich fortgeschritten. Dennoch stehen Unternehmen auch dem Problem der hohen Informationsdichte gegenüber, da die Datenmengen jährlich zwischen 60 und 200 % anwachsen und mehr als 150 verschiedenartige Datenformate existieren. Diese vielen verschieden Informationen mit ihren unterschiedlichen Datenformaten finden Ihren Platz auch im E-Learning wieder.

Die Grafik zeigt die Komponenten eines Lernobjekts:

Profilbild von Andre Ullmann
Andre Ullmann

ist Online Marketing Experte mit mehr als 10 Jahren praktischer Erfahrung in der OffPage- und OnPage-Optimierung. Als Geschäftsführer der Firma Pro-Medial berät er Unternehmen in deren Web-Strategie von der Web-Entwicklung bis zur digitalen Kundengewinnung. Als Trainer behandelt er zukunftsweisende Marketing-Aktivitäten wie Augmented Reality, Content Curation oder das Internet der Dinge.

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