Virtual Reality schafft Mehrwerte für Unternehmen – auch der Mittelstand kann davon profitieren

Ganz gleich ob Konzern oder Mittelstand – wer sich als modernes und zukunftsfähiges Unternehmen präsentieren möchte, kommt an Virtual Reality Anwendungen kaum mehr vorbei.

Ein Hype wird zur neuen Realität

Virtual Reality (VR) ist in kurzer Zeit zu einem absoluten Top-Thema geworden und aus den ursprünglichen Anwendungsbereichen wie Gaming und Entertainment herausgewachsen. Mittlerweile werden VR-Anwendungen zum Beispiel für Unternehmenspräsentationen, am Point of Sale, auf Messen aber auch als Entwicklungs-, Vertriebs- oder Trainingstools genutzt. Durch die VR-Technologie werden heutige und zukünftige Produkte erlebbarer und emotionalisiert. Ein erheblicher Mehrwert, wenn es um Marktanteile, High Potentials, Kostenvorteile und Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb geht.

Die Möglichkeiten und die Qualität der VR-Anwendungen hängen aber immer auch von den eingesetzten Brillensystemen ab.

VR Systeme für unterschiedliche Anforderungen

Künstlich erzeugte 3D-Welten können dank aufwändiger Technik und mittlerweile hohen Auflösungen die Wirklichkeit für den Nutzer sehr realistisch darstellen. Je höher die Auflösung der simulierten Umgebung, desto realer auch das Empfinden.

Das hat allerdings stark mit den eingesetzten VR-Systemen zu tun:

Es gibt VR-Systeme, die mit einem Computer (starke Rechenleistung notwendig) verbunden werden und darüber das Bildsignal empfangen. Das eingebaute Display der Brillen zeigt dann Inhalte in 360°, dreidimensional und in Full HD Auflösung an. Wie zum Beispiel bei der Oculus Rift oder der HTC Vive.

Es gibt aber auch VR-Brillen ­–­ d.h. günstigere Lösungen, um VR Anwendungen zu nutzen. Hierbei dient jeweils ein Smartphone als Display, welches in die Brillen-Halterung gesteckt wird. Zum Beispiel in ein Cardboard oder die Samsung Gear.  Auch die Zeiss VR One Plus bietet ein Brillen-Gehäuse mit einer Multischale. Bei diesen Varianten muss man allerdings berücksichtigen, dass die graphische Auflösung schwächer gegenüber den VR-Systemen und damit dem Anschluss am Computer ist.

Beispiele von Virtual Reality Anwendungen in verschiedenen Branchen:

Verkaufsunterstützung für den Vertrieb

Virtual Reality kann bei komplexen Industrieprodukten den Sales-Prozess beschleunigen und vereinfachen. Denn große Anlagen, Maschinen oder schwer erklärbare Produkte werden über die VR Anwendung „anfassbar“ und leicht begreifbar. Das heißt, jegliche Details oder Leistungsversprechen können vom Kunden unmittelbar betrachtet, einfach nachvollzogen und bewertet werden. Dabei helfen CAD (Computer Aided Design) Daten das jeweilige Produkt maßstabsgetreu und detailgenau in 3D für die VR-Anwendung zu entwickeln. Dadurch können neue Prozesse, Materialien, Produktionsabläufe und Maschinen sogar schon getestet und „präsentiert“ werden, obwohl sie real noch gar nicht existieren.

Lernen, testen und Gefahren vermeiden

Die VR-Technologie bietet für Unternehmen auch Vorteile in der Schulung von neuen Mitarbeitern und zum anderen bei der Simulation von gefährlichen Situationen am Arbeitsplatz.

Üben, lernen und testen können Arbeiter nun an virtuellen Maschinen, um sich mit diesen vertraut zu machen. Das verhindert den teuren Ausfall der real eingesetzten Maschinen für Übungszwecke und erhöht das Leistungsniveau der Mitarbeiter in kürzerer Zeit.

In einer virtuellen Welt können nun auch Gefahrensituationen am Arbeitsplatz, die man selbst zu Übungszwecken nicht nachstellen könnte, simuliert und nachempfunden werden. Die Teilnehmer können im Training bewusst etwas falsch machen und die Konsequenzen direkt erleben. Denn in VR vergiftet oder erschlagen zu werden ist zwar nicht schön, tut aber auch nicht weh. Fehler können so aber gleich analysiert und zukünftig vermieden werden.

Virtuelle Realität wird auch bei Einrichtungshäusern, Autohändlern, in der Immobilienbranche und bei Architekten verstärkt eingesetzt. Mit virtuellen Rundgängen z.B. durch das geplante Haus, die Mietwohnung oder neu gestaltete Zimmer lassen sich Emotionen wecken und Kaufentscheidungen positiv beeinflussen.

Vorsprung durch neue Technik

Audi ist der erste Automobilhersteller, der seine Händler mit Virtual Reality für den Verkauf ausstattet hat. Der Interessent kann sein Auto über die VR-Brille erleben, individuell konfigurieren, Design, Farbe und Ausstattung auswählen.  Durch den begleitenden Motorsound und den Geräuschen beim Öffnen und Zuschlagen der Autotüren, wird das Ganze realitätsnah erlebt. Der zusätzliche Clou: Das Auto kann von allen Seiten und Perspektiven betrachtet werden. Und wer möchte kann eine ungewöhnliche Umgebung wählen. Z.B. New York City, Nizza oder den Mond.

Küchenplanung der Zukunft

Wäre es nicht schön, wenn man seine Einbauküche schon vor der Fertigstellung fix und fertig begutachten könnte? Ohne Einbaulärm und Dreck? Ikea bietet genau das. Mit Hilfe einer Virtual Reality-Brille bekommt der Kunde die Möglichkeit, sich in seiner Wunschküche umzuschauen und sogar Schränke und Schubladen zu öffnen. Selbst auf dem Herd kann gekocht werden. Die schmutzigen Töpfe und Pfannen stellt man dann in die virtuelle Spüle oder Spülmaschine. Selbst Farbe und die Holzart der Möbelfronten können individuell geändert werden.

Auch das Marketing und Employer Branding von heute wird sich durch die Digitalisierung verändern. Insbesondere durch Virtual Reality-Anwendungen bieten sich neue Möglichkeiten für die interne und externe Kommunikation.

VR als Teil der Employer Branding Strategie

Das ursprüngliche Personalmarketing über Personalanzeigen, Messen und Online-Plattformen kann durch VR eine durchdachte Ergänzung erfahren. Es steigert die Aufmerksamkeit für das Unternehmen und gibt einen authentischen Einblick ins Unternehmen. Statt Büroräume nur in Broschüren oder am Screen zu zeigen, können potentielle Kandidaten virtuell durch das ganze Unternehmen geführt werden, sich Ihren Arbeitsplatz anschauen und sogar mit zukünftigen Kollegen sprechen. Dies bietet auch für mittelständische Unternehmen die Möglichkeit, High-Potentials anzusprechen und sich als Top Arbeitgeber zu präsentieren.

Meetings in virtuellen Räumen

In einigen Unternehmen wird VR bereits als Ersatz für Videokonferenzen und klassische Meetings eingesetzt. Über VR-Brillen versammeln sich alle Beteiligten in einem virtuellen Konferenzraum und kommunizieren über ihre Avatare miteinander.

Ein weiterer Vorteil von kollaborativen Räumen:

Wie sieht die neue Werkshalle eines Unternehmens in China aus? Der im Aufbau befindliche Messestand in SAO Paulo? Mit der VR-Technologie reisen Mitarbeiter problemlos dorthin, ohne das eigene Büro zu verlassen. So lassen sich nicht nur Kosten sparen, sondern auch Mitarbeiterressourcen effizienter einsetzen.

VR schafft neue Realitäten beim Werbefilm

Der klassische 2D-Werbefilm hat Konkurrenz bekommen. Denn mit den neuen technischen Möglichkeiten wird auch die Forderung der Verbraucher nach immersivem und interaktivem Content wachsen. Virtual Reality-Filme in 360° bieten eben ganz neue, emotionale und intensive Erfahrungen mit einem Produkt, einer Dienstleistung, einer Marke. Für Unternehmen bieten sich jetzt also Chancen frühzeitig auf diese Anforderungen zu reagieren.

Was kostet das denn?

Das ist natürlich die Frage der Frage. Wobei man auch hier sagen muss: Es kommt darauf an. Soll es ein 360° Video sein, „nur“ ein 360° Bild oder eine am Computer generierte Welt in Echtzeit.  Je nach Länge und Anwendungsbereich, Komplexität des umzusetzenden Konzeptes, der technischen Anforderung sowie des Qualitätsanspruchs, können die Kosten für eine VR-Anwendung zwischen einer 3- und 6-stelligen Summe variieren.

Take Away und Ausblick

  • Virtual Reality spielt bereits heute in vielen Unternehmen eine bedeutende Rolle in der Kommunikation, im Marketing und dem Vertrieb
  • Als „First Mover“ dabei zu sein kann Kosten- Wettbewerbs- und Imagevorteile sichern
  • Mittelfristig wird kein zukunftsorientiertes Unternehmen an dem Einsatz von VR-Technologie vorbeikommen
  • Dabei sollten aber immer folgende Überlegungen im Vordergrund stehen: Wie kann ich als Unternehmen profitieren? Welche konkreten Zielsetzungen will man damit verfolgen? Welcher Nutzen lässt sich für welche Zielgruppe damit erzielen?
  • Virtual Reality ist ein komplexes, technisches Thema und in der Planung und Umsetzung nicht zu unterschätzen. Deshalb ist es umso wichtiger kompetente, erfahrene Partner hinzuziehen, die sich in der strategisch-konzeptionellen Beratung sowie der technischen Umsetzung auskennen
Profilbild von Andreas Fräßdorf
Andreas Fräßdorf

Als gebürtiger Düsseldorfer bervorzugt er natürlich Altbier statt Kölsch und leidet fußballerisch mal wieder mit der Fortuna aus Düsseldorf. Beruflich kann er auf ein breites Erfahrungsspektum im Marketing, Vertrieb und digitaler Kommunikation zurückgreifen, welches er sich in großen, internationalen Kommunikationsagenturen aber auch auf Unternehmensseite angeeignet hat. Der Dipl.

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