Der Kundenschatz als Touristenmagnet

Heute machen wir einmal einen Ausflug. Heute erzähle ich Ihnen davon, wie ein Kundenschatz nicht nur Ihrem Ladengeschäft mehr Besucher bescheren kann, sondern gleich einer ganzen Stadt und Region. Auch Ihrer Stadt und Region, sogar ihrem Dorf. Denn ein Kundenschatz hat durchaus auch das Potenzial, als Touristenschatz beziehungsweise als Touristenmagnet zu fungieren.

 

Eine Tatsache, die sich indirekt auch auf Ihr Unternehmen auswirkt. Und zwar positiv. Denn Touristen, ganz gleich ob sie nur ein Wochenende oder zwei Wochen in ihrer Heimat bleiben, haben die für sie äußerst erfreuliche Angewohnheit, am Ort des Aufenthaltes Geld auszugeben. Sie gehen einen Kaffee trinken, gehen Essen und Shoppen, nehmen kulturelle Angebote war und und und. Denken Sie einfach mal an Ihren eigenen Urlaub, für welche Dienstleistungen und Produkte Sie in der schönsten Zeit des Jahres noch Geld jenseits des eigentlichen Budgets für An- und Abreise sowie Unterbringung ausgeben. Da kommt häufig einiges zusammen. Und im Idealfall geben das die Kundenschatz-Touristen bei Ihnen aus. Ihre Chancen dafür stehen gut. Doch dazu später mehr. Schauen wir uns einfach mal an, wie ein Kundenschatz zum Touristenmagnet werden kann.

Urlaub auf der Kundenschatzinsel

Jede Stadt und Region ist bemüht, sich für Touristen attraktiv darzustellen. Denn Touristen sind echte Umsatzbringer für die regionale Wirtschaft und ein wichtiger Imagefaktor für die Verwaltung. Das zeigt zum Beispiel ein Blick auf die ITB (Internationale Tourismus Börse), die Leitmesse der weltweiten Tourismusbranche. Das Messegelände in Berlin ist voll von Tourismusanbietern aus der ganzen Welt, ein Stand ist aufwendiger als der nächste. Dabei haben wir doch alle maximal 6 Wochen Urlaub im Jahr und meist nur ein begrenztes Budget für unsere Ferien. Sprich: Im Wettbewerb um Besucher haben die Städte und Regionen die besten Karten, die etwas Besonderes zu bieten haben. Das gilt weltweit, vor allem aber auch regional, denn seit einiger Zeit lässt sich beobachten, dass der Urlaub im eigenen Land in Kurs und Ansehen steigt.

Nun hat nicht jede Stadt oder jede Kommune das Glück, in einer Region wie beispielsweise der Nord- oder Ostsee oder dem Schwarzwald zu liegen, die per se schon touristisch attraktiv ist. Um dennoch zum Touristenmagnet zu werden, müssen sich diese Regionen etwas einfallen lassen. Geocaching zum Beispiel.

Falls Sie diese Artikelserie nicht bereits von Anfang an verfolgen und sich daher Fragen, was Geocaching genau ist, schauen Sie sich dieses kurze Video an.

Die Anhänger dieses Spiels, die Geocacher, sind eine äußerst attraktive Zielgruppe. 80% der 15 Millionen Spieler weltweit sind zwischen 20 und 45 Jahre alt. In verschiedenen Diplomarbeiten (z.B. Telaar 2007) wurden detaillierte Erhebungen gemacht, dabei wurde herausgefunden, dass Geocacher meist fest in Beruf und Familie verankert sind, technisch sehr interessiert, reisefreudig und Outdoor-affin sind.

Das Bewusstsein für attraktive Freizeitgestaltung ist bei den Spielern sehr hoch ausgeprägt. Und die Liebe zum Hobby Geocaching ist so hoch, dass dieses stark in die Urlaubsgestaltung einfließt. Aus eigener Erfahrung als langjähriger Spieler kann ich berichten: nie würde ich meinen Urlaub in einer Region planen, wo es keine Geocaches gibt.

Es gibt sogar Menschen, die ausschließlich zum Geocaching reisen. Und zwar um die ganze Welt. Aus diesem Bewusstsein heraus haben wir übrigens mit Cacher-Reisendas erste und bisher einzige Geocaching-Reisebüro eröffnet. Bei Cacher-Reisen organisieren wir für passionierte Geocacher außergewöhnliche Reisen an exotische Destinationen mit begehrten Geocaches. Wir haben unsere Kunden bereits zu Schatzsuchen nach Südostasien, in den brasilianischen Urwald und sogar nach Tschernobyl gebracht.

Dieser kleine Exkurs soll nur zeigen, dass Geocaching nicht nur ein Auswahlkriterium für das Reiseziel, sondern durchaus auch alleiniger Reisegrund sein kann. Je mehr oder je attraktivere Schätze in einer Region auf einen Geocacher warten, desto interessanter wird diese für ihn als Reiseziel. Was uns zum Konzept der GeoTours bringt.

GeoTours als Tourismusbooster

GeoTours sind eine Art Königsdisziplin im Geocaching. Hier werden nicht einzelne Schätze gesucht, sondern Ansammlungen von Schätzen, die regional oder thematisch zusammenhängen. Bis zu 150 einzelne Geocaches kann so eine GeoTour umfassen. Aktuell finden sich auf der führenden Plattform Geocaching.com ca. 80 GeoTours weltweit, die den Geocachern ihre Urlaubsplanung erleichtern. Diese bringen die Schatzsucher an besondere Orte, informieren über geschichtliche Highlights, promoten kulturelle Angebote oder unterstützen die lokale Wirtschaft durch das Verstecken von Gutscheinen für lokale Geschäfte.

Damit eine GeoTour ihr ganzes Potenzial für den regionalen Tourismus entfalten kann, sollte sie aus mehr als sieben einzelnen Caches bestehen. Denn so viele Caches schafft ein Spieler durchschnittlich an einem Cache-Tag. Sind es mehr, steigt also die Wahrscheinlichkeit, dass der Besucher über Nacht bleibt und somit zu einem noch wertvolleren Touristen wird.

Woher wir das wissen? Ganz einfach: Das Schöne am Geocaching als Maßnahme des Tourismusmarketings ist: Es ist messbar. Anders als bei der Schaltung von Anzeigen oder ähnlichen Maßnahmen lässt sich anhand der GeoTours konkret nachweisen, wie viele Touristen als Schatzsucher in eine Region gekommen sind, wie lange sie geblieben sind und so weiter. Das liegt daran, dass die überwiegende Anzahl von Spielern jeden Schatzfund auf Geocaching.com dokumentieren und sich diese Zahlen durch den Initiator des Geocaches bzw. der GeoTour auswerten lassen.

Solche GeoTours haben wir bereits für einige regionale Tourismusförderer realisiert. Für die Hannover Marketing- und Tourismusgesellschaft HTMG aufgrund des großen Erfolgs sogar mehrmals. Hier haben wir die Reihe „Ge(o)heimnisse der Region“ initiiert, bei denen Touristen gezielt auf die Fährte von zum Beispiel musikalischen Schätzen gebracht werden, sich über Nachhaltigkeit in der Region informieren, die Region mit dem Fahrrad oder touristische Highlights wie den Erlebniszoo Hannover entdecken können. Nachweislich kommen inzwischen Geocacher aus der ganzen Welt nur deswegen nach Hannover, um diese GeoTours zu absolvieren und machen so wochenweise Urlaub in der Region. Auch, weil wir die HTMG genau wie unsere anderen GeoTours-Kunden mit einem umfangreichen Marketing-Paket bei der Vermarktung und Promotion im Internet und in den sozialen Netzwerken unterstützen.

Weitere Beispiele, wie Geocaching Touristen in eine Region und sogar in ein kleines Dörfchen ziehen kann, finden Sie übrigens auch in diesem Artikel.

Warum Kundenschatztouristen für Sie Gold wert sind.

Ich hatte Ihnen ja versprochen, zu erläutern, warum es für Sie besonders interessant ist, wenn über Geocaching Touristen in Ihre Stadt und Region kommen. Vorausgesetzt natürlich, Sie nutzen selbst das Prinzip des Kundenschatzes für Ihr Geschäft.

Dann sehen Sie sich nämlich mit der erfreulichen Situation konfrontiert, dass über den Kundenschatz Ihres Stadt- oder Tourismusmarketings gezielt Menschen angesprochen und angezogen werden, die für Geocaching brennen. Wie jeder Tourist müssen diese Menschen essen sowie trinken und möchten ihre Urlaubszeit mit kleinen Sonderausgaben wie für Kaffee und Kuchen angenehmer gestalten.

Stellen Sie sich jetzt vor, diese Schatzjäger recherchieren im Internet nach den Möglichkeiten am Urlaubsort und haben die Wahl zwischen Ihren Wettbewerbern und Ihnen. Also dem Anbieter, wo es nicht nur das gesuchte Produkt/die gesuchte Dienstleistung X gibt, sondern wo sich auch gleichzeitig noch das nächste Rätsel lösen und der Urlaubsspaß damit weiter steigern lässt. Na, wo glauben Sie, gehen diese Menschen höchstwahrscheinlich hin. Genau. Und aus diesem Grund zählen Sie mit Ihrem Insiderwissen rund um die Themen Geocaching und Kundenschatz ganz sicher zu den Gewinnern, wenn Ihre Stadt oder Region auf das Konzept Kundenschatz als Touristenmagnet setzt.

Ich hoffe, dieser kleine Ausflug in die übergeordnete Welt des Stadt- und Tourismusmarketings hat Ihnen gefallen. In der nächsten Ausgabe wird’s dann wieder ganz schön praktisch. Denn dann zeige ich Ihnen, wie sich ein Kundenschatz sogar im hart umkämpften Retail-Segment positiv auf die Kundenbindung und damit die Kennzahlen auswirken kann.

Haben Sie eine Frage zu diesem Artikel oder ganz allgemein zu einem Aspekt des Thema „Kundenschatz“, der Ihnen bisher zu kurz gekommen ist? Dann lassen Sie es mich wissen und schicken Sie mir eine E-Mail an fragdaniel@geheimpunkt.de: Gern gehe ich in einer der nächsten Ausgaben dieses Blogs rund um das Thema lokales Marketing näher darauf ein.

P.S.: Planen oder haben Sie schon eine GeoTour umgesetzt? Dann finden Sie hier noch ein paar hilfreiche Tipps, die Ihre GeoTour richtig nach vorne bringen kann.