Messaging-Dienste als neuer Kanal für Unternehmen?
27/11/2014 14:45

Messaging-Dienste als neuer Kanal für Unternehmen?

Im privaten Bereich sind Instant Messaging-Dienste wie WhatsApp, Threema oder Line für viele Smartphone-Nutzer praktisch unverzichtbar geworden. Doch auch Unternehmen könnten zukünftig von diesem Kommunikationskanal profitieren. Sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich sind viele Anwendungsmöglichkeiten denkbar – das Spektrum der Möglichkeiten reicht von Verbesserungen im Kundenservice bis hin zu innovativen Marketing-Aktionen.

WhatsApp: Beliebter als Facebook

Über WhatsApp kommunizieren rund 30 Millionen Nutzer in Deutschland. Damit ist die App sogar noch beliebter als Facebook. Während für viele Unternehmen die Pflege eines Facebook-Profils mittlerweile selbstverständlich zur Marketing-Strategie gehört, sind Instant Messenger (IM) wie WhatsApp jedoch noch nicht in den Fokus der Marketer gerückt. Auf WhatsApp ist es zwar nicht erlaubt, Werbung zu verbreiten, Transaktionsnachrichten dürfen aber durchaus versendet werden.

Kundenservice und Marketing: Anwendungsmöglichkeiten für Messenger

Beispielweise gibt es bereits einige Friseure in Deutschland, die WhatsApp für die Vereinbarung von Terminen nutzen. Unternehmen könnten ihren Kunden aber auch Abholbenachrichtigungen zukommen lassen oder die Zufriedenheit nach dem Kauf eines Produktes beziehungsweise der Inanspruchnahme einer Dienstleistung erfragen. Es ist weiterhin denkbar, WhatsApp-Share Buttons in digitalem Content zu integrieren, sodass die Nutzer Kampagnen auch über diesen Weg teilen können. Achtung: Bei allen Punkten ist zu beachten, dass wie bei E-Mails und SMS ein Opt-In erforderlich ist.

Messaging im B2B-Bereich

Auch im B2B-Bereich sind zahlreiche Einsatzmöglichkeiten von IM-Diensten denkbar. Da bei WhatsApp keine Werbung geschaltet wird, würde die geschäftliche Kommunikation nicht durch Banner-Einblendungen gestört werden. In China etwa nutzen Unternehmen bereits den dort sehr populären Dienst WeChat als Vertriebs- und Bezahlkanal. Auch für die Problemlösung bieten sich Messenger an. So kann der Kundendienst direkt Fragen beantworten sowie nach Bedarf erläuterndes Material wie Bilder oder Erklärvideos übermitteln.

Datenschutz weiterhin ein Thema

Unternehmen sollten unbedingt bedenken, dass es beim Messaging Probleme mit dem Datenschutz geben kann. Für sensible Daten eignen sich die gängigen Dienste daher nicht. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich bald ein neuer Dienst etabliert, der sich für geschäftliche Zwecke eignet oder spezielle Features für Unternehmen entwickelt werden. Die bei WhatsApp immer wieder kritisierten Sicherheitslücken könnten außerdem bald der Vergangenheit angehören. Das Unternehmen arbeitet bereits an einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die für Android in der neuesten Version schon verfügbar sein soll.

Fazit: Beobachten Sie das Thema und beziehen Sie Messaging-Dienste in Ihre Marketing-Überlegungen mit ein. Es kann sehr von Vorteil sein, einer der ersten zu sein, die einen solchen Kanal nutzen – solange noch wenige Unternehmen aktiv sind, bekommen Sie die volle Aufmerksamkeit der Nutzer.