Wie kleine Unternehmen von WhatsApp Business profitieren

Der Messenger-Dienst WhatsApp erfreut sich hoher Beliebtheit. Die Facebook-Tochter hat nun eine Business-Version herausgebracht, die in erster Linie kleine Unternehmen unterstützen soll. Ob Handwerksbetriebe, Freiberufler oder inhabergeführte Geschäfte - ihnen bringt der neue Dienst einige Vorteile

Unternehmen können mit ihren Kunden chatten ­– nicht nur über Telefon und E-Mail, sondern seit Ende Januar auch über WhatsApp Business. Vor allem kleinere Betriebe haben die Möglichkeit, über das neue Tool die Kommunikation mit ihren Kunden zu steuern und konkrete Anliegen zu beantworten. Kunden können sich direkt austauschen, anstatt genervt in der Telefon-Hotline zu hängen. Ob für schnelle fachliche Fragen an den Heizungsmonteur oder eine Terminvereinbarung mit dem Friseur - der neue Kurnachrichtendienst liefert zeitsparende Antworten

Nützliche Funktionen

Die Nutzeroberfläche funktioniert wie die private Variante mit Text- und Sprachnachrichten und natürlich dürfen auch Emojis genutzt werden. Mit der Neuentwicklung können Unternehmen nun auch ihre eigenen Profile erstellen und den Kunden bei der ersten Kontaktaufnahme die wichtigsten Eckdaten übermitteln. Außerdem lassen sich Inhalte hinzufügen, die im üblichen WhatsApp-Profil nicht hinterlegt sind. Das sind zum Beispiel Adresse, Öffnungszeiten, Ansprechpartner, Kundenservice-Zeiten, Standort, Wegbeschreibung, E-Mail-Adresse sowie die Website und auch Bilder. Außerdem kann man eine Begrüßungsnachricht erstellen, die automatisch gesendet wird, wenn ein Kunde zum ersten Mal eine Nachricht per WhatsApp schickt. Eine weitere Funktion, die schnell Fans gewinnen wird: Betriebe können häufig versendete Nachrichten als Schnellantwort abspeichern und ohne großen Aufwand per Fingertipp mit Hilfe eines Tastenkürzels versenden. Ebenfalls praktisch ist das Versenden von Abwesenheitsnachrichten, wenn gerade niemand zur Stelle ist, der die Nachricht individuell beantworten kann oder der Betrieb geschlossen hat. Die Abwesenheitsnachrichten funktionieren ähnlich wie im Email-Verkehr, beispielsweise bei Outlook. Dazu einfach die Zeitfenster eintragen, in denen eine solche Nachricht an den Kontakt geschickt wird.

Gut zu wissen

WhatsApp und WhatsApp Business lassen sich auf dem gleichen Handy nutzen. Das geht beispielsweise mit einem Dual-Sim-Smartphone, das man mit zwei Sim-Karten betreibt. Eine Karte ist dann für den geschäftlichen, die andere für den privaten Account. Man kann für den Business-Account auch eine Festnetznummer nutzen. Am sinnvollsten ist es jedoch, für berufliche Belange ein eigenes Firmenhandy zu nutzen und dort die Business-Version zu installieren. Dann bleibt man auch am Feierabend und an Urlaubstagen unbehelligt. Wer den privaten Account zum Business-Account umwandeln will, sollte seine bisherigen Chats sichern. Das Chat-Backup von WhatsApp lässt sich in WhatsApp Business wiederherstellen. Allerdings kann man es nicht mehr auf den normalen Account zurückzuspielen. Es wird daher vorsorglich empfohlen, das WhatsApp-Backup auf dem eigenen PC zu sichern, bevor man WhatsApp Business startet.

Statistiken

Wer wissen möchte, ob seine Nachrichten überhaupt rausgegangen sind und auch gelesen wurden, erhält über die neue App, die kostenlos über Googles Play Store erhältlich ist, Antworten. Sie liefert Statistiken, aus denen sich ablesen lässt, wann und ob die Nachrichten gesendet, übertragen und auch tatsächlich gelesen wurden.

Nachbessern nötig

Die neue Business-App bietet einige Vorteile, es gibt aber auch Nachteile: Sie ist derzeit nur Android verfügbar. Außerdem ist der Dienst in seiner aktuellen Form vorerst wohl nur für Ein-Mann-Betriebe, Freiberufler oder Handelsvertreter nutzbar, denn die neue App kann nicht auf mehreren Geräten installiert werden – es können also nicht mehrere Kundenberater gleichzeitig über denselben Account kommunizieren. Daraus ergibt sich auch schon das nächste Problem: Wer mehr als ein Business betreibt, braucht auch mehrere Handys. Zwar kann die Chat-App auch auf den PC gespielt werden, allerdings können nicht mehrere Personen gleichzeitig auf die App zugreifen. Hier besteht also noch Nachbesserungsbedarf.

Profilbild von Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

Mehr