Kompetenz zeigen: So profilieren Sie sich als Experte

Um als Experte auf einem Themengebiet zu gelten, muss man sich in der Öffentlichkeit, in den Medien und auf Tagungen und Kongressen mediengerecht wie ein Experte ausdrücken. Sich als Kenner einer Thematik richtig zu präsentieren, ist nicht einfach. Hier ein paar Tipps, wie man etwa durch bestimmte Ausdrucksweisen als Experte wahrgenommen wird.

1. Bedienen Sie Erwartungen.

Von Experten werden Wertungen, Kritik, Beurteilungen, Einordnungen, Forderungen erwartet. Ihre sachkundige Meinung und Ihre Bewertung eines Themas sind mehr gefragt als reines Faktenwissen.

2. Überzeugen Sie mit Details.

Kompetenz zeigt sich jedoch auch im detaillierten Fachwissen. Liefern Sie zu einem Thema Detailinformationen, die das Publikum verblüffen. Und streuen Sie ab und zu und wohldosiert Zahlen und Fakten ein.

3. Konzentrieren Sie sich.

Wer konzentriert auf das Geschehen auf einem Podium oder in einer Interviewsituation wirkt, wird positiv wahrgenommen. Ein konzentrierter Gesprächspartner zollt seinem Gegenüber Respekt. Und vermittelt den Eindruck, dass er das Gehörte verarbeitet und in seine Experten-Statements einbeziehen kann. Das gibt einen Intelligenzbonus!

4. Seien Sie unaufgeregt.

Experten wirken nicht nur intellektuell überlegen. Wer eine souveräne Gesamtwirkung erreichen will, muss unangestrengt wirken. Das bedeutet: aufrecht sitzen oder stehen, aber nicht versteifen und nicht gehetzt sprechen. Mimik und Bewegung sollen die Sprache ganz natürlich unterstreichen.

5. Seien Sie ein Hellseher.

Experten sollen auch künftige Entwicklungen einschätzen. Als Experte können Sie das auf der Grundlage Ihrer Kenntnisse und Ihrer Erfahrung. Scheuen Sie sich nicht über die Zukunft zu sprechen. Trifft eine Vorhersage nicht ein, ist das egal. Denn Sie haben ja aufgrund der gegenwärtigen Sachlage geurteilt.

6. Erklären Sie Kompliziertes einfach.

Wer Komplexes einfach erklären kann, wirkt nicht banal oder dumm – im Gegenteil: Die Fähigkeit, einen komplizierten Sachverhalt auf den Punkt bringen zu können, verschafft Anerkennung. Auf Fachbegriffe müssen Sie dabei nicht verzichten, wenn Sie diese mit „das heißt“ oder „ich erkläre es an einem Beispiel“ erläutern.

7. Punkten Sie mit Ihrer Erfahrung.

Experte ist nur derjenige, der den Überblick hat. Deswegen ist es wichtig, dieses Signal auch auszusenden. Formulierungen wie „Unserer Erfahrung nach ...“ unterstreichen dies.

8. Schaffen Sie Wiederkennungswerte.

Eine besondere Art zu sprechen, sich zu kleiden oder ein bestimmtes Accessoire können Ihren Wiederkennungswert erhöhen. Sie müssen die Öffentlichkeit auf sich aufmerksam machen. Schreiben Sie Fachartikel, entwickeln Sie neue Ideen, um auf sich aufmerksam zu machen. Wer als Experte angefragt werden will, muss sich entsprechend ausdrücken können und im Bewusstsein der Organisatoren sein. Kongressveranstalter nehmen gerne bekannte Gesichter, die öfter in den Medien aufgetreten sind. Journalisten wiederum fragen Experten an, die sich als medientauglich erwiesen haben. Da hat es jemand leichter angefragt zu werden, der im öffentlichen Bewusstsein verankert ist.

Profilbild von Prof. Dr. Andreas Schümchen
Prof. Dr. Andreas Schümchen

Prof. Dr. Andreas Schümchen lehrt Journalistik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Zuvor sammelte er nach einem Studium der Germanistik, Medienwissenschaft, Psychologie und Kunstgeschichte an der TU Berlin und einem Redaktionsvolontariat rund zehn Jahre Erfahrungen als Journalist, Pressesprecher und Kommunikationsberater.

Mehr