Auffallender Content ist die Social Media-Herausforderung 2017 für KMU

Social Media ist schon lange kein Nischenthema mehr und mittlerweile gibt es fast kein Unternehmen, dass sich noch nicht mit dieser Marketing Form beschäftigt hat. War es anfänglich eher eine Spielwiese für Wagemutige, so hat es sich endgültig herumgesprochen, dass man seine Zielgruppe präziser und intensiver erreichen kann, als in den meisten anderen Marketingkanälen. Doch so einfach es scheint, desto schwieriger ist in der Realität.

Was macht den Erfolg aus? Und worauf ist 2017 entsprechend der aktuellen Trends zu achten? Eines sei vorweg gesagt: Den goldenen Weg im Social Media-Marketing gibt es nicht! Aber es gibt gewisse Grundregeln, die es einem leichter machen, erfolgreich zu sein. Gerade als KMU bedeutet das, sich im Social Media zu fokussieren und mit seinen meist begrenzten Ressourcen effizient umzugehen. Es geht nicht darum, auf jedem Social Media-Kanal vertreten zu sein. Dabeisein ist im Social Media nicht alles, sondern meistens nichts. Viel wichtiger ist es, seiner Zielgruppe richtig guten Content anzubieten. Und das ist wichtiger denn je!

Im Social Media kreuzen sich derzeit zwei Trends: 1. der gestiegene Anspruch der Social Media-User an die Qualität des Contents und 2. der enorme Konkurrenzdruck der anderen Unternehmen. Jeder kämpft um seinen Platz im Newsfeed der Social Media-Kanäle wie Facebook oder Instagram. Es geht darum, überhaupt wahrgenommen zu werden. Die User unterscheiden ja nicht nach Thema. Die Posts eines Maschinenbauunternehmens konkurrieren im Newsfeed mit denen von Nike und Co. um die Aufmerksamkeit der Social Media-User.

Aus diesem Grund müssen Unternehmen in visuellen und individuellen Content investieren. Es geht darum gesehen zu werden. Nur wer in der Flut der Informationen auffällt hat die Chance seine Botschaft überhaupt zu platzieren. Die Reihenfolge der Informationsverarbeitung geht zunächst über das Visuelle. Dabei ist es egal ob es ein kreatives Bild oder ein unterhaltsames Video ist. Der User, der vielleicht gerade in der U-Bahn sitzt und durch seinen Feed scrollt muss an der Stelle stoppen. Erst wenn das geschafft ist, hat man die theoretische Chance, dass er den dazugehörigen Text liest, ein Video bis zu Ende schaut oder auf eine weiterführende Webseite klickt.

Die Frage ist doch, was ist guter visueller Content. Ganz einfach gesagt, alles was auffällt und der Positionierung einer Marke passt. Dabei kann man sicherlich einige Grundregeln festhalten:

  • Bilder müssen einfach gestaltet sein: Das Wesentliche worum es geht sollte direkt innerhalb eines Sekundenbruchteiles erkennbar sein. Bedeutet, wenig Details und der Kern eines Bildes möglichst groß. 
  • Videos mit einem klassischen Spannungsbogen schaut sich in Social Media-Kanälen keiner mehr an. Der User entscheidet nach 2 Sekunden, ob er ein Video weiter schaut oder nicht. Das bedeutet, gute Social Media Videos sind kurz und in der Regel zwischen 20 Sekunden und 2 Minuten lang. Wichtig ist aber, dass sie Unterhaltung ab der ersten Sekunde bieten. Je schneller ein Video zur Sache kommt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die User dranbleiben und es schauen. 
  • Für Link-Posts auf Facebook gilt das gleiche. Meistens ist das Vorschaubild, dass Facebook aus einem Link automatisch generiert nicht das beste. Macht aber nichts, denn dieses Bild kann man editieren und gegen jedes beliebige Bild austauschen (das richtige Format einmal vorausgesetzt). Auch hier gilt. Je aussagekräftiger und auffälliger das Bild, desto höher die Wahrscheinlichkeit eines Klicks.

Jetzt kommt der Teil mit der schlechten Nachricht: Dieser Content muss irgendwie produziert werden und die Zeiten, in denen man einfach ein Stockbild gekauft hat und so optisch wenigstens einigermaßen Haltung bewahren konnte sind vorbei. Die User wollen einfach keine langweiligen Stockbilder mehr sehen und so bleibt nur der harte Weg: Selber Content zu produzieren. Einfach ist das gerade für kleinere Unternehmen nicht, aber es lohnt sich!

Wo also kommt der ganze Content her? Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Spezialisierte Dienstleister können entsprechendes Material in großen Mengen produzieren und fungieren dabei als Partner der Marken. Eine andere Möglichkeit ist, sich auf eigene Ressourcen zu verlassen. In diesem Fall verfügt meistens die Grafikabteilung über Fotokenntnisse und kann entsprechende Bilder mit etwas Übung und Kreativität ebenfalls herstellen. Auch können Bilder ausschließlich über Photoshop erstellt werden. Wichtig ist in allen Fällen, dass die Botschaft ankommt.

Mein Fazit lautet: Wer in 2017 Erfolg in Social Media haben möchte muss in eigenen, visuell hochwertige Content-Produktion investieren. Social Media ist kein Ort der Zweitverwertung von Bildern, sondern sollte eher als eine Art Media Abteilung gesehen werden. Social Media braucht eine Redaktion und eine Medienproduktion. Social Media wird in der Breite aller Unternehmen professioneller und so ist es wichtig entsprechende Budgets einzuplanen.

Das Gute an der Sache ist ja, dass man in Summe gar nicht mehr Budget braucht. Es verschiebt sich nur. Und: Die Herausforderung liegt nicht allein auf Seiten der KMU sondern betrifft alle Unternehmen. Jedoch sollte man als Unternehmen mit beschränkten Budgets priorisieren. Bevor man teure Imagefilme in Auftrag gibt oder ordentlich im Bereich Influencer Marketing Investiert, sollte die Basis geschaffen sein. Und mit dem eigenen Content fängt es immer an!

Helge Ruff

ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Agentur 1-2-social aus München. Gemeinsam mit seinem Team betreut er Unternehmen wie KFC Deutschland, Redbull, NBCUniversal, RTL2 YOU oder Constantin Film, sowie Versicherungskonzerne, Energieerzeuger oder Automobilmarken. Die Agentur bietet Unternehmen nicht nur strategische Unterstützung in Social Media, sondern übernimmt unter anderem die Content-Erstellung, Community Management, Kampagnen-Konzeption, sowie die Schaltung von Social Ads.Im Bereich Social Media ist Helge Ruff zu Hause und nutzt diese Form der Kommunikation für Unternehmen bereits seit dem Facebook die Unternehmensseiten eingeführt hat.

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