Marketingbudets: Social Media wird immer wichtiger

Kaum ein Unternehmen verzichtet heute noch auf die Kanäle der sozialen Medien, um seinen Kommunikationsmix abzurunden. Inzwischen hat sich deren Nutzung bereits über klassisches Marketing oder die PR hinaus etabliert und umfasst zusätzlich die Personalarbeit oder den Kundendienst. Ein logischer Schritt, da sich gleichzeitig mit dem Siegeszug des mobilen Internet auch die Aktivität in sozialen Netzwerken von Facebook über Twitter bis hin zu Linked-in und Snapchat intensiviert hat. Wirklich belastbare Zahlen sind verhältnismäßig schwer zu ermitteln, da zuvor zwischen Accounts und deren aktiver Nutzung unterschieden werden muss. Der Trend zeigt jedoch steil nach oben. So geht eine ARD/ZDF Onlinestudie aktuell von rund 26 Millionen aktiven Facebook-Nutzern aus, bei Twitter wird es schon komplizierter: Die Zahlen verschiedener Untersuchungen weichen stark voneinander ab. Dennoch: soziale Medien erleichtern es Institutionen jeglicher Art, die Aufmerksamkeit der Zielgruppen zu steigern und zusätzlich mit ihnen in den Dialog zu treten.

Social Media erlauben tiefe Einblicke

Die Präsenz in den sozialen Medien fördert weitere Vorteile zutage: Zeitgemäßes Marketing mit dem Ziel einer Differenzierung gegenüber dem Wettbewerb und nachhaltiger Kundenbindung erfordert es, die Erwartungen der Kunden in zuvor nicht gekanntem Maße zu erfüllen. Dazu gehören Wünsche und Präferenzen sowie aktives Zuhören und Kommunizieren. Die Vernetzung in sozialen Medien erlaubt Unternehmen tiefere Einblicke in die Welt ihrer Kunden. Darauf basierend lassen sich Angebot, Service und Kommunikation immer individueller gestalten und somit den Kunden das gute Gefühl und die Gewissheit vermitteln, gut aufgehoben zu sein und verstanden zu werden.

Auf den ersten oder gar zweiten Blick erscheint die Sache mit den sozialen Medien gar nicht so schwierig, ein Account ist schnell angelegt, und Marketing- und PR-Content kann ja „zusätzlich“ über diese Kanäle gestreut werden. Doch weit gefehlt: der Social-Media-Kanal erfordert eigene Strategien und Konzepte, die es im Einklang mit der Unternehmens- und (traditionellen) Kommunikationsstrategie in wirksame und geeignete Content-Formate zu gießen gilt. Hinzu kommen spezifische Herangehensweisen an die Erfolgsmessung. Dass diese Anforderungen zunehmend erkannt werden, zeigt die Zunahme an eigens geschaffenen Stellen für Social Media Manager, die in den Jobportalen immer häufiger gesucht werden. Dass diese Erkenntnisse Früchte tragen, lässt sich auch an der zunehmend professionelleren Gestaltung von Social-Web-Auftritten verschiedener Unternehmen sehen und erleben.

Von der Kür zur Pflicht

Es liegt ja auch der Hand: Sobald ein Medium zum Mainstream wird, ist es auch ein Pflichtprogramm für die 360-Grad-Kommunikation erfolgreicher Unternehmen. Das umfasst im Übrigen auch die Verteilung von Werbegeldern: Webportale und vor allem soziale Netzwerke bekommen einen immer größeren Teil des Kuchens ab, zumal beispielsweise Facebook die Hürden für KMUs auch in finanzieller Hinsicht deutlich gesenkt hat: Mit Kleinstbeträgenkönnen gezielt Werbebotschaften über die Plattform verbreiten werden. Und der Trend, den Löwenanteil des Marketingbudgets noch stärker in Richtung Online zu verschieben, hält an. Leidtragende dieser Entwicklung sind fast alle traditionellen Kanäle und Maßnahmen, mit einer Ausnahme: Messen und Events sind nach wie vor felsenfester Posten bei den Marketingausgaben. Aber: Besonders dieses Umfeld bietet hohe Potenziale, die Stärken von Online- und Social-Media-Kommunikation auszuspielen.

Profilbild von Stefanie Hombach
Stefanie Hombach

ist bei der Messe Frankfurt als Product Manager Online-Marketing tätig. Im Digitalbereich kümmert sie sich um die Markenführung von Dexperty und ist auch für die Inhalte des Connected Blogs verantwortlich.

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