Mit Hyperlocal Social Marketing mehr Leads generieren

“Dort sein, wo der Kunde ist” - Das haben schon viele Unternehmen verstanden, trotzdem klappt es häufig noch nicht mit der Kundengewinnung. Wie Leadgenerierung mit hyperlokalem Social Marketing funktioniert, erfahren Sie folgend.

Social Media ist aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Facebook, Xing und Co. gehören für viele Unternehmen mittlerweile zu den etablierten Channels, um mit den eigenen Kunden in Austausch zu treten beziehungsweise neue Kunden zu gewinnen. Mit der Vielfalt an Werbemöglichkeiten bieten sich die sozialen Kanäle auch zur Leadgenerierung an. Auch hier können Unternehmen mittels eines hyperlokalen Ansatzes ihre Erfolgschancen steigern.

Die Menschen sind heute eins mit ihren Smartphones

Die steigende Nutzung von mobilen Endgeräten macht es möglich, eine dynamische Kommunikation mit Kunden und Interessenten zu starten. Diese sind heute fast eins mit ihren Smartphones. Sie verbringen viele Stunden damit, durch die Nachrichtenströme ihrer Lieblingsnetzwerke zu scrollen, auf der Suche nach spannenden Informationen oder neuen Produkten. Unternehmen sollten dieses veränderte Kundenverhalten nutzen, denn durch gezieltes Targeting lässt sich in den sozialen Netzwerken eine Nachfrage generieren.

Facebook hat den Bedarf bereits erkannt und baut seine Funktionalitäten in Sachen hyperlokalem Targeting immer weiter aus. Wirklich spannend wird es, sobald man die vielen verschiedenen Werbeformate, wie beispielsweise Video- oder Carousel-Ads, damit verbindet. Dabei gilt, wie bei jeder anderen Marketingmaßnahme: Ohne vorherige Überlegungen und einer klaren Strategie verpuffen alle Aufwendungen und Bemühungen.

Zu diesen Überlegungen gehört auch die klare Definition des Leads. Was genau muss geschehen, damit ein Nutzer diese Definition erfüllt? Reicht der Klick auf die Webseite? Soll er seine Kontaktdaten für den Newsletter hinterlegen oder doch gleich ein Beratungsgespräch vereinbaren? Leads, die über die sozialen Kanäle generiert werden, sind in der Regel keine sogenannten Sales qualified Leads (SQL), sondern Marketing qualified Leads (MQL). Hier steckt noch Arbeit drin, denn diese Leads müssen im Sales Funnel weitergeleitet werden, um sich vom MQL zum SQL zu qualifizieren.

Doch wie können mittels Social Marketing Leads generiert werden?

Zu Beginn sollten die Rahmenbedingung für die einzelne Kampagne klar festgelegt sein. Im Social Web ist eine durchdachte Ansprache Gold wert, diese ist jedoch je nach Netzwerk und Zielgruppe unterschiedlich. Geht es um den Vertrieb von Finanzprodukten oder generell B2B-Kommunikation, eignen sich Business-Netzwerke wie XING oder LinkedIn. Hier bewegen sich die Nutzer in einem professionellen Rahmen und erwarten oft eine entsprechende Ansprache. Auf Instagram oder Facebook hingegen könnte eine förmliche Ansprache abschreckend wirken.

Aussagen wie “Branche XY sollte in Netzwerk AB aktiv sein” sind leider nicht einfach festzulegen. Klar ist, nicht jede Branche muss in jedem Netzwerk aktiv sein, aber es gibt auch Überschneidungen. Wer behauptet, B2B-Kommunikation sollte ausschließlich auf Business-Netzwerken stattfinden, täuscht. Unternehmen, die beispielsweise auch Freelancer mit ihrer Kampagne ansprechen möchten, können auch sehr gute Ergebnisse auf Facebook erzielen.

Das heißt, die einzelnen Netzwerke sollten nach ihren Stärken und Schwächen, vor allem explizit auf die Ziele der Kampagne hinterfragt werden. Mit einer entsprechenden Content-Strategie können auch B2B- oder B2C-Themen auf den unterschiedlichen Plattformen gespielt werden. Um die volle Aufmerksamkeit der Netzwerke zu erhalten, lohnt sich beispielsweise auch die Erstellung von Video-Content.

Wichtig ist, dass nicht nur auf einen Kanal gesetzt wird. In Zeiten algorithmus-gefilterter Newsfeeds ist es wichtig, die Nutzer beim Wiederfinden wichtiger Informationen zu unterstützen. Zu schnell passiert es, dass die Anzeige zwar gesehen wird, aber durch eine Aktualisierung der Timeline verschwindet. Mittels Adwords können Nutzer, die nach der Anzeige suchen, auf weiterführende Informationen geleitet werden.

Hyperlocal Marketing: Das passende Angebot zur richtigen Zeit am richtigen Ort anbieten

Mit den vorab klar abgesteckten Rahmenbedingungen sollte das Thema Targeting angegangen werden. Im Hyperlocal Marketing geht es immer darum, das passende Angebot zur richtigen Zeit am richtigen Ort anzubieten. Damit ergeben sich drei Dimensionen, die bei der Planung bedacht werden müssen.

Nehmen wir als Beispiel einen Sneaker Pop-up-Store. Das Konzept des Pop-up-Stores gemischt mit (Hyperlocal) Social Marketing ist gut geeignet, um herauszufinden, ob sich ein stationäres Geschäft lohnt oder doch lieber in ein Onlineshop investiert werden sollte.

Mit trendigen Sneakern und Beratung zu aktuellen Schuhtrends bietet der Pop-up-Store ein Angebot, das sowohl weibliche als auch männliche Nutzer anspricht. Es braucht also weiteren Input, um das Targeting klarer einzuschränken. Sneaker sind vor allem bei jungen Menschen beliebt. Jedoch auch diese Information schafft noch keinen engeren Kreis von Nutzern, die erreicht werden sollen. Nun kommt der Ort ins Spiel. Der Pop-up-Store ist angenommen zentral gelegen, die Anbindung an den ÖPNV gut, die Parkplatz-Situation hingegen schlecht. Der Radius, in dem eine Anzeige oder Social-Media-Post zu sehen sein soll, kann also soweit eingegrenzt werden, dass zum richtigen Zeitpunkt Shopping-Begeisterte und Touristen in der Nähe und weniger Nutzer, die erst per Auto zum Store fahren und lang nach einem Parkplatz suchen müssen, aktiv angesprochen werden. Sind Schüler das Ziel der Targeting-Maßnahme, lohnt es sich auch, mit den lokalen Schulstandorten vertraut zu machen. Hier lassen sich zudem spezielle Zeiten wie die lange Mittagspause oder der Schulschluss am Nachmittag nutzen, um die Anzeige auch als Micro-Kampagne mittels Geotargeting gezielt auszuspielen.

Der Einsatz von gut verknüpften Tools ist unerlässlich

Um langfristige Erfolge mit Social Marketing zu erzielen, benötigen Unternehmen neben einer ausgefeilten Kampagne auch das entsprechende Handwerkszeug. Neben den Hilfsmitteln der sozialen Netzwerke sind ein eigenes CRM und ein Tracking-Tool wichtig. Der Einsatz von gut miteinander verknüpften Tools ist unerlässlich, um die gezielte Ansprache im Netz bestmöglich auszubauen.

Die sozialen Netzwerke arbeiten aktuell daran, ihre Möglichkeiten für hyperlokale Kampagnen zu erweitern. So hat Facebook bereits vor einigen Jahren sogenannte “Local Awareness Ads” ins Leben gerufen. Das Thema “Reporting” ist hier zwar noch ausbaufähig, jedoch zeigt diese Maßnahme, dass die Netzwerke bereits erkannt haben, dass Unternehmen auch lokale Nutzer ansprechen wollen. Wer mit vielen eigenen (Filial-)Standorten arbeiten will, sollte darauf achten, dass die Daten im richtigen Format (je nach Plattform können hier Unterschiede auftreten) vorliegen, damit nicht alles händisch angelegt werden muss. Hier können Partner mit Schnittstellen zu den ausgewählten Netzwerken viele Baustellen abnehmen.

Fazit

Auch wenn die sozialen Netzwerke noch einige Stellschrauben zu justieren haben, haben sie bereits erkannt, dass die Nachfrage nach Werkzeugen für hyperlokales Social Marketing deutlich steigt. Wer in Zukunft besser verkaufen will, sollte nicht mehr nur an Zeit und Angebot denken. Der Faktor “Ort” bringt das Thema Leadgenerierung im Social Marketing auf ein neues Level.

Profilbild von Daniel  Richter
Daniel Richter

ist Geschäftsführer der DAC Group Deutschland und seit 1999 im Online Marketing tätig. Er berät Unternehmen in der Strategie und Konzeption von Maßnahmen im Suchmaschinenmarketing, Business Listings sowie im Performance Display Marketing.

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