Social Media? Brauchen wir nicht in unserer Unternehmenskommunikation!

Immer mehr Unternehmen haben erkannt, dass sich eine Social Media Strategie für ihre Firmenkommunikation lohnt. Lohnt im Sinn von Kundenbindung, Kundendialog, aber auch als neuen Vertriebskanal. Und doch gibt es viele Firmen (gerade kleine, mittelständische), die sich vor der neuen Art der Kommunikation scheuen.

Zwei der wichtigsten Argumente gegen den Einsatz von Social Media in der Unternehmenskommunikation sind: „Wir wüssten gar nicht was wir dort tun sollten!“ und „Da habe ich gar keine Zeit für!“

„Wir wüssten gar nicht was wir dort tun sollten!“ ist ein Argument, dass ich in sehr unterschiedlicher Weise immer wieder höre. Es schwingen viele Gefühle in dieser Aussage mit: „Ich finde das schrecklich, jeden Tag fotografiert jemand sein Essen!“ oder „Muss ich mich dann überall auch privat anmelden?“ Verständlich ist die Unsicherheit. Und zurecht die Aussagen, die die privaten Postings belangen. Sie begeben sich mit ihrem Unternehmen auf neues Terrain. Doch stellen wir uns vor, wir melden uns zum ersten Mal zu einem Segelkurs an. Niemand kennt sich, man weiß ausschließlich, dass man ein Boot benötigt, Segel setzen muss und vielleicht noch, dass man nicht so viel Platz an Bord hat. Es dauert seine Zeit, bis wir die richtige „Sprache“ sprechen, bis wir verstehen, wie der Wind, die Segel und das Steuerrad sich miteinander verhalten und wie es bedient werden muss, damit das Boot in Fahrt kommt, nicht in Schieflage gerät und schön gerade und regelmäßig auf Kurs fährt. Alle wichtigen Dinge erlernen wir in diesem Kurs. Und dieser dauert nicht eine Woche, sondern mehrere Monate und selbst dann sind wir nicht unbedingt seetauglich und auf uns allein gestellt.

Mit einem Social Media Kanal verhält es sich ähnlich. Einloggen, berufliches und ggf. privates Profil trennen, was poste ich wie und wo und wann – das alles lässt sich Schritt für Schritt erlernen. Und kleine Schritte zu Beginn sind ebenso sinnvoll wie hilfreich. Der Effekt und erste Erfolgserlebnisse stellen sich schneller ein als Sie denken. Zu Beginn macht es Sinn einen Tages-Workshops zu belegen. Trockenübungen bevor es an Deck geht! Gemeinsam lassen sich dort alle wichtigen Funktionen kennen lernen und unterscheiden, zum Beispiel was ist der Unterschied zwischen einer Seite und einem Profil, wie kann ich Live-Videos posten oder Bilder hochladen. Auch inhaltlich lassen sich mit wenigen Handgriffen Einträge planen, die frei sind von „Mittagessen mit Salat“ und darüber hinaus noch echten Mehrwert für Ihre neuen Kunden bieten. Ein weiteres Argument ist: „Da habe ich gar keine Zeit für!“ Auch dieses Argument ist aus Sicht des Unternehmers sehr nachvollziehbar. Sie haben einen Job. Vollzeit. Leiten Ihre Mitarbeiter, die Geschäfte, arbeiten schon täglich mehr als 10 Stunden. Und dann auch noch einen Social Media Kanal bespielen?

Doch sogar zeitunabhängiges Vorbereiten von sozialer Kommunikation ist in Sozialen Medien, bspw. bei Facebook, möglich. So kommen sie nicht in die Situation, Social Media Marketing „dazwischen schieben“ zu müssen.

Ggf. sind Soziale Medien für Sie ein neuer Boden, doch Laufen können Sie schon. Sie kennen Ihre Kunden und wissen was Ihre Interessenten wünschen. Sie kennen die häufigsten Fragen, Anforderungen und Haken im Verkauf – und ich bin mir sicher auch Small Talk hilft gelegentlich bei der Kundenbindung. Dieses Wissen und ihre zugehörige Kompetenz kann mit Social Media Marketing mehr Reichweite bekommen. Soziale Medien gewähren auf digitale Weise einen Blick auf Ihre Produkte, auf Hintergrundwissen, besondere Angebote, Kniffe und gelegentlich einen Blick hinter die Kulissen. Nicht auf Ihren Teller, aber z.B. auf die Baustelle oder die Messe. Interessenten können Teilhaben ohne vor Ort sein zu müssen. Und wenn Sie im Sommerloch einmal zeigen, dass Sie gerade ihre Büroablage machen, dann freut sich vielleicht jemand, dass er, wenn er heute vorbeikommt, höchstwahrscheinlich nicht lange anstehen muss.

Unterstützende Grafic: Segelboot auf Kurs/Unterstützung eines Freundes

Ganz gewiss ist Ihnen schon aufgefallen, wie oft ihr Firmenname in Sozialen Medien genannt wird. Doch ich möchte trotzdem nicht den groben Überblick über Zahlen und Statistiken vernachlässigen. Denn von über 69 Millionen Personen über 14 Jahren in Deutschland sind Dreiviertel, also etwa 53 Millionen, regelmäßig online (Quelle: AGOF e. V. / digital facts 2016-04).

Mehr als die Hälfte dieser Menschen informiert sich zu Produkten (z.B. Bücher, Schuhe, Eintrittskarten etc.) über die Sozialen Medien (Quelle: AGOF e. V. / digital facts 2016-04). Dies ist nur ein weiterer Grund für Sie, in den Sozialen Medien tätig zu werden. Legen Sie los.

Profilbild von Katja Raasch
Katja Raasch

ist Beraterin, Strategin und Trainerin für Social Media Marketing und klassisches Online Marketing. Ihre Zielgruppe sind kleine und mittelständische Unternehmen, die im Arbeitsalltag ebenso durchdachtes wie zielgerichtetes und gleichermaßen individuelles Online- und Social Media Marketing betreiben wollen - das darüber hinaus zu den Ressourcen des Arbeitsalltags passt. Als gelernte Verlagskauffrau hat Sie mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in den schnelllebigen Bereichen des Marketings.

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