Wie auch der Mittelstand von Social Media profitiert

Vor einigen Jahren, als Social Media eher ein Thema für große Marken und Konzerne war, fiel die Nutzung sozialer Medien in der lokalen Wirtschaft noch sehr zurückhaltend aus. Doch heute reden alle von Social Media. Warum eigentlich?

Durch die fortschreitende Digitalisierung hat sich der Weg zur Kaufentscheidung deutlich verändert - er ist anspruchsvoller und komplexer geworden. Kunden lassen sich nicht länger mit Werbung berieseln, sie gehen lieber selbst auf Informationssuche und tauschen sich untereinander aus. So belegt die Studie „Connected Commerce 2015“ der DigitasLBi, dass in Deutschland bei 51,3 % der Befragten Kaufentscheidungen grundsätzlich durch Social Media Content beeinflusst werden. Diese Entwicklung ist nicht nur für Großunternehmen interessant, sondern auch für KMU wichtig. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sich Unternehmen mit Online Marketing und Social Media beschäftigen.

Doch viele Unternehmen, die den Schritt wagen und Social Media in ihr Marketing integrieren, erleben nicht selten, dass sie trotz hoher Kosten kaum Reichweite und Aufmerksamkeit generieren können. Woran liegt das?

Wie entwickle ich eine Social Media-Strategie für mein Unternehmen?

Social Media geht eben nicht “einfach mal so” und erfordert besonders zum Einstieg einiges an Aufwand. Der Schlüssel zu erfolgreichem Social Media-Marketing liegt in der richtigen Strategie!

Wichtig ist dabei, dass klar ist, welche Ziele das Unternehmen mit Social Media erreichen möchte. Vorstellbar wären z. B.:

  • Kundenbindung stärken: Durch häufigen Kontakt mit Kunden, auch unterschwellig über Mitteilungen in sozialen Netzwerken, werden das Unternehmen ins Gedächtnis gerufen und Wünsche geweckt: “Wir könnten auch mal wieder zu Mario Pizza Essen gehen.”
  • Kundenservice verbessern: Um die Kundenzufriedenheit zu steigern, setzen Unternehmen auf kurze Kommunikationswege. So können Kunden einfach nachfragen und Unternehmen schnell zu antworten.
  • Personalbeschaffung optimieren: In manchen Branchen ist der Bedarf nach zusätzlichem Personal größer als nach neuen Kunden. Über Soziale Netzwerke können auf die eigenen Mitarbeiter mithelfen, neue Kollegen zu finden.
  • Produkte und Dienstleistungen vermarkten: Auch beim meistgenannten Ziel gehört ein gutes Verständnis für Zielgruppen und über den Kaufablauf dazu. Das ausschließliche Posten von Angeboten führt nur selten zum Erfolg.

Wir empfehlen methodisch vorzugehen. Über eine Vielzahl an durchgeführten Projekten im Mittelstand hinweg haben wir unsere webZunder Methode mit diesem Ablauf entwickelt:

Strategie und Zielsetzung

  • Klare Definition der Strategie - Was wollen Sie mit Social Media erreichen?
  • Festlegung messbarer Ziele - Wie können Sie den Fortschritt in der Umsetzung messen?

Recherche des Themas

  • Welche Zielgruppen sprechen Sie an? Wie informieren und recherchieren diese?
  • Welche Wettbewerber sind aktiv? Wie sind diese online aufgestellt?
  • Wer ist noch zu Ihrem Thema aktiv? Gibt es Multiplikatoren und Influencer?
  • Welche Quellen für Informationen und Nachrichten stehen Ihnen zur Verfügung?

Beteiligung bei Dritten

  • Wo im Netz wird zu Ihren Themen bereits diskutiert?
  • Wie können Sie sich in Diskussionen Dritter öffentlich beteiligen und auf diesem Wege sichtbar werden?

Einrichtung oder Bewertung des eigenen Auftritts in Social Media

  • Passt Ihr Online Auftritt (noch) zur entwickelten Strategie?
  • Welche Social Media-Dienste passen am Besten zu Ihrer Strategie?

Eigene Inhalte planen, entwickeln und vermarkten

  • Welche Inhalte unterstützen Ihre Online Strategie?
  • Wie organisieren Sie Ihren redaktionelle Prozess?

Werbekampagnen einsetzen und optimieren

  • Welche unterschiedlichen Werbemöglichkeiten gibt es und welche passen am Besten zu Ihrer Strategie?
  • Wie können Sie mit Hilfe von Werbekampagnen kurzfristig Ihre Community aufbauen und Ihre Reichweite vergrößern?
  • Wie kann eine Werbekampagne auch Ihre mittel- und langfristige Strategie optimal unterstützen?

Erfahrungsgemäß funktioniert die schrittweise Umsetzung dieser Module besser als in Form eines intensiven Blockunterrichts. Realistischer und nachhaltiger ist ein Zeitraum von ca. 4-6 Monaten. So lassen sich neue erlernte Kenntnisse direkt ausprobieren und nachhaltig in den Arbeitsablauf integrieren.

Social Media-Marketing auslagern –ja oder nein?

Der Einstieg in Social Media und die operative Nutzung stellen erst einmal zusätzlichen Aufwand dar. In vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen sind Zeit und Ressourcen für Social Media nur begrenzt vorhanden. Deswegen stellen sich viele Entscheider die Frage, ob ein Outsourcing von Social Media-Aktivitäten eine sinnvolle Alternative ist.

Social Media ist ein wichtiger Teil Ihrer Unternehmenskommunikation. In der Kommunikation entstehen schnell Situationen, in welchen Details besprochen werden, die von einem Dritten nur schwer beantwortet werden können, z.B.:

  • Fachfragen, die nur ein Experte des Unternehmens beantworten kann
  • Aussagen zur Verfügbarkeit von Produkten
  • Persönliche Anfragen von engen Kunden und Partnern

Dabei häufen sich die Situationen mit dem steigenden Social Media-Erfolg des Unternehmens - externe Partner müssen dann regelmäßig erst Rücksprache halten. Das sorgt für längere Reaktionszeiten und verursacht Unzufriedenheit bei Interessenten und Kunden.

Aus unserer Erfahrung bei webZunder eignen sich kooperative Modelle zwischen Unternehmen und Agenturen um Social Media-Strategien zu entwickeln und diese in die Realität umzusetzen:

  • Planung und Strategie: Verantwortliche im Unternehmen treffen in regelmäßigen Abständen Experten zur Auswertung der bisherigen Ergebnisse und für die weitere Planung und Optimierung der Strategie.
  • Die beauftragte Redaktion entwickelt einen grundlegenden Redaktionsplan. Zusätzlich nehmen die Redakteure Arbeit ab - der Weg von der Idee zum veröffentlichten Beitrag wird damit deutlich vereinfacht und verkürzt. Redaktionen können zudem in Abstimmung auch auf Themenrecherche im Unternehmen gehen.
  • Kreative Dienstleistungen: Social Media lebt von visuellen Beiträgen!  Agenturen unterstützen dabei, das eigene Branding auch in kreativen Video- und Bildbeiträgen umzusetzen.

Fazit:

Social Media und Online Marketing sind auch für den regionalen Mittelstand mittlerweile wichtige Werkzeuge. Zwar erfordert der Einsatz vor allem am Anfang einiges an Aufwand, mit Unterstützung und entsprechender Vorbereitung ist die Herausforderung aber auch für KMU zu stemmen. Mit passenden Tools und Methoden werden der Einstieg deutlich erleichtert und die Erfolgschancen massiv verbessert.

Profilbild von Dirk Spannaus
Dirk Spannaus

ist einer der Gründer von webZunder.com und bietet mit seinem Team sowohl Tools und Dienstleistungen im Bereich Social Media für den Mittelstand an. Seit der Gründung 2012 ist er geschäftsführender Gesellschafter der twentyZen GmbH. Als Dipl.-Betriebswirt mit der Spezialisierung Wirtschaftsinformatik fasziniert ihn das Grenzgebiet zwischen den betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Möglichkeiten der Informationstechnologie.

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