11 Tipps für erfolgreiche Managementvorträge

Wenn Sie es bis in die Managementebene geschafft haben, gehören regelmäßige Vorträge zur Tagesordnung. Doch ist das Sprechen vor großem Publikum nicht unbedingt jedermanns Metier – auch Top-Manager sind nicht perfekt. Daran kann man aber arbeiten. Um interessante Reden auf Vorstandsniveau zu halten, bedarf es keiner Naturbegabung, sondern ‚nur’ einer guten Vorbereitung. In meinem Artikel gebe ich Ihnen 11 Tipps, wie Sie sich als Unternehmer, Vorstand oder auch leitender Angestellter bestmöglich auf die nächste große Präsentation vorbereiten können.

1. Reden ist Silber, schweigen ist Gold

Die erste Regel eines gelungen Vortrags: Reden Sie nur, wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben. Überlegen Sie sich zuvor Ihre Key-Messages: Was soll sich der Zuhörer unbedingt merken? Und vor allem: Prüfen Sie ganz genau, ob diese Botschaften tatsächlich für das Publikum relevant sind. Die beste Rhetorik bleibt wirkungslos, wenn Sie die Teilnehmer mit einem Vortrag langweilen.

2. Sich selbst treu bleiben

Wenn Sie ein ruhiger Typ sind, dann halten Sie einen ruhigen, rationalen Vortrag. Wenn Ihr zweiter Name ‚Showmaster’ lautet, dann hauen Sie auf den Putz. Egal, nur bleiben Sie sich selbst immer treu. Denn das Publikum entlarvt ‚Blender’ sofort und Sie verlieren somit ihre Aufmerksamkeit.

3. Reduktion der Inhalte

Vorträge sind oft ‚Rudeltiere’: Auf Konferenzen, Messen oder Tagungen finden sie im Umfeld vieler weiterer Präsentationen statt. Von der Menge der Informationen sind die Teilnehmer in der Regel heillos überfordert. Deshalb ist es wichtig, maximal drei bis vier Kernbotschaften klar zu definieren und auszuarbeiten. So können Sie die Aufmerksamkeit des Publikums für sich gewinnen – und auch behalten.

4. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Gute Redner stellen keine abstrakten Zusammenhänge dar, sondern arbeiten mit Analogien, Gleichnissen und Geschichten – Bilder dringen direkt in die Köpfe des Publikums. Nichts fesselt mehr als eine gute Story. Wie wäre es: Haben Sie schon einmal daran gedacht, die Entwicklung Ihrer Firma als Safari darzustellen?

5. Der WOW-Effekt

Nehmen Sie sich Kevin Spacey aus House of Cards zum Vorbild: Er steht in einer Kirche und sagt: „Ich hasse Gott!" Mit so einem Auftritt rütteln Sie selbst den konservativsten Zuhörer wach und fesseln ihn an Ihre Lippen. Das Prinzip ist einfach: Machen Sie manchmal genau das Gegenteil von dem, was das Publikum erwartet. Ein rhetorischer Trick mit Aufmerksamkeitsgarantie.

6. Interaktion schaffen

Von der Kanzel herab predigen? Wie mittelalterlich. Wenn Sie Ihren Vortrag mit interaktiven Elementen anreichern, erhöhen Sie schlagartig den Herzschlag im Saal. Ziehen Sie den Publikumsjoker und lassen Sie doch einfach mal die Kennzahlen des Vorjahres schätzen. Das macht die Teilnehmer neugierig.

7. Folienfilme vermeiden

PowerPoint wirkt einfach nur ... antiquiert. Alle Programm-Features und -Effekte sind in der ein oder anderen Form schon bekannt. Mit einer strukturierten Präsentation können Sie sich selbst zwar einen inhaltlichen Rettungsanker schaffen, dieser vermag es aber auch die einfachsten Botschaften zu versenken. Deshalb bedienen sich die wahren Meister der Managementvorträge der freien Rede. Und der ‚schwarze Gürtel’ ist der freie Vortrag, der so überzeugt, dass er keine Präsentationsunterstützung braucht.

8. Wenn schon PowerPoint, dann doch ...

... mit aufgeräumten Charts. Arbeiten Sie mit ungewöhnlichen Bildern, die Ihre Aussagen auf der Metaebene unterstützen. Und auch hier gilt wieder: weniger ist mehr. Stichworte auf der Leinwand sollen die Aufmerksamkeit erhöhen, aber nicht das Thema vorwegnehmen. Außerdem: Ihr Publikum kann selbst lesen. Machen sie deshalb nicht den klassischen Fehler und lesen sie eins zu eins ab, was in der Präsentation steht – das wird Ihrer Botschaft nicht gerecht.

9. Kein PowerPoint? Was dann?

Es gibt einige schöne Alternativen zu PowerPoint: Man muss sich nur etwas Zeit nehmen und sie suchen. Diese Tools sind vor allem viel schöner und cooler: beispielsweise Prezi und Keynote oder – für die, die es etwas opulenter mögen – Ventuz. Auch mit Animations-Programmen wie After Effects oder Cinema 4D können Sie sich profilieren. Am besten arbeiten Sie mit einem Designer zusammen, der genau weiß, wie Ihre Message am stärksten rüberkommt.

10. Eine gute Vorbereitung ist mehr als die halbe Miete

Gute Präsentationen sind zu einem Großteil Fleißarbeit. Eine intensive Vorbereitung ist aber nie vergebens, denn das Plenum spürt, wenn der Vortragende Ahnung von seinem Thema hat und sich mit diesem wirklich fundiert auseinandergesetzt hat. Das gilt auch in Bezug auf das Publikum – wissen, vor wem man spricht, ist extrem wichtig. Denn nur, wenn Sie mit den Wünschen und Bedürfnissen der Zielgruppe vertraut sind und die Botschaft entsprechend formulieren, kommt sie an.

11. Das Manuskript zerreißen

Bringen Sie ruhig und gelassen Ihre Botschaft rüber – schließlich sind Sie der Experte und kennen sich genauestens aus. Bewegen Sie sich frei auf der Bühne und animieren Sie so Ihre Story – das Folienklicken können andere machen. Sprechen Sie das Publikum an und benutzen Sie Ihre Hände, um die Botschaft zu unterstützen und eine Erwartungshaltung aufzubauen. Dann klappt es auch mit einem erfolgreichen, einprägsamen Vortrag.

Christian Bauer

ist Head of Event bei revo. und Spezialist für Eventstrategien. Während seiner über 15-jährigen Karriere war er bereits für verschiedene namhafte Live-Kommunikationsagenturen wie MC2 Europe in Düsseldorf oder kogag in Solingen tätig. Nun entwickelt er mit seinem fünfköpfigen Team für revo.-Kunden wie Henkel, Schwarzkopf Professional und Nikon kreative Veranstaltungsformate, die deren Marken und Unternehmen aktivieren.

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