Feedback-Kommunikation: So geht der Austausch mit jungen Mitarbeitern

Zahlreiche Studien belegen, dass sich Unternehmen in Zukunft auf noch höhere Mitarbeiterfluktuationen einstellen müssen. Denn die Vertreter der jungen Generation suchen sich viel schneller als die heutigen Babyboomer eine neue Arbeitsstelle, wenn ihnen der Job nicht mehr gefällt. Eine Kommunikation auf Augenhöhe kann dazu beitragen, Mitarbeiter möglichst lange im Unternehmen zu halten, wie eine aktuelle Erhebung zeigt

Die Generation Y, zwischen 1981 und 1996 geboren und auch als Millennials bezeichnet, sowie die nächste Generation, die sogenannte „Gen Z“, sind die Digitalen Natives. Sie suchen mehr als ihre beruflichen Vorgänger Feedback, denn sie sind es von je her den Austausch gewöhnt. Um diese neuen Arbeitskräfte zu motivieren, müssen Manager nicht nur finanzielle Anreize und karrierefördernde Maßnahmen schaffen. Sie müssen vor allem darauf achten, einen modernen Kommunikationsstil zu pflegen, wie eine aktuelle Studie von TechSmith in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen OnePoll verdeutlicht. Kommunikation am Arbeitsplatz spielt eine zentrale Rolle  – und wird von Unternehmen in den seltensten Fällen berücksichtigt. 

Kommunikation auf Augenhöhe

Das ist ein Fehler, denn die Millennials machen heute den weitaus größten Anteil der Arbeitnehmer aus und sind sehr umschwärmt. Kein Wunder, dass sich Chefs zunehmend fragen: Wie kann man ihren hohen Ansprüchen gerecht werden, um sie als Leistungsträger im Unternehmen zu halten? In der Studie, für die 4500 Büroangestellte in sechs Ländern befragt wurden, zeigt sich, dass sich vor allem jüngere Mitarbeiter eine modernere Art der Kommunikation wünschen.Nutzen Sie die Kraft der Bilder„Soziale Plattformen wie Facebook oder Instagram erfreuen sich unter anderem deshalb so großer Beliebtheit, weil sie auf visuellen Content setzen“, erläutert Wendy Hamilton, CEO von TechSmith. „Das ist kaum verwunderlich – visuelle Elemente erleichtern die Kommunikation und sind oft aussagekräftiger als umständliche Texte. Vor allem im Arbeitsalltag, wo Informationen prägnant und effizient vermittelt werden müssen, bieten sie hohes Potenzial. Unternehmen sind in der Pflicht: Sie müssen mit modernen Tools und Hilfsmitteln die notwendigen technischen Voraussetzungen schaffen, damit sich eine stärker visuell orientierte Kommunikation etablieren kann.“ Gemäß der Studie teilen vor allem Millennials diese Ansicht: Mehr als 64 Prozent gaben an, Informationen schneller zu verstehen, wenn diese visuell – beispielsweise in Form eines Erklärvideos oder Screenshots – vermittelt werden. 58 Prozent behalten die Informationen auf diese Weise zudem besser in Erinnerung. Dröge E-Mail-Kommunikation demotiviertTrotz dieser Ergebnisse bemängelt nahezu die Hälfte (44 Prozent) der befragten Millennials, dass die Kommunikationsmethoden ihres Unternehmens veraltet seien. 47 Prozent gaben an, dass der interne Informationsaustausch auf die reine Textebene und das Schreiben von Emails beschränkt sei. Mit teils erheblichen Folgen: 43 Prozent gaben an, dass sie sich durch die starren Kommunikationsprozesse innerhalb ihres Unternehmens demotiviert fühlten. Unternehmen sollten deshalb auf eine vergleichbare Art kommunizieren wie die Millennials. Als moderner Kommunikationskanal können Mitarbeiter-Apps sehr hilfreich sein, denn das Smartphone ist die Kommunikationszentrale der Jungen und stets in Reichweite.Schnelleres Verständnis und höhere Aufmerksamkeit mit Screenshots und Videos

Die wissenschaftlichen Untersuchungen im Rahmen der Studie mit mehr als 100 Probanden zeigen auch, dass ein Einbeziehen visueller Inhalte nicht nur jungen Arbeitnehmern entgegenkommt, sondern fast allen Angestellten dabei hilft, Informationen besser, schneller und nachhaltiger zu verarbeiten. Zwei Drittel (67 Prozent) der Mitarbeiter konnten die im wissenschaftlichen Versuch gestellten Aufgaben schneller erledigen, wenn sie zur Vorbereitung Screenshots, Screencasts oder Videos statt reiner Textanweisungen erhielten. Zudem waren sie motivierter als die Mitarbeiter, die lediglich Textanleitungen erhalten hatten. Im Schnitt wurden die visuell vermittelten Informationen pro Aufgabe um 7 Prozent schneller aufgenommen. Die Genauigkeit beim Verständnis verbesserte sich um acht Prozent, sobald Text und Bild kombiniert wurden, und um sechs Prozent beim Einsatz von Videos.

Höhere Aufmerksamkeit beim Adressaten

„Weit über die Hälfte des menschlichen Gehirns ist an der Verarbeitung optischer Reize beteiligt“, erläutert Dr. Alastair Goode, Kognitionswissenschaftler und Forschungsleiter der Studie. „Unsere Ergebnisse belegen, dass die Einbindung visueller Elemente in einem Geschäftsszenario zu einem tieferen Verständnis und erhöhter Aufmerksamkeit beim Adressaten führt.“ Wendy Hamilton ergänzt: „Eine Verbesserung von sieben oder acht Prozent pro Aufgabe erscheint zunächst nicht viel, summiert sich jedoch aufgerechnet auf einen ganzen Arbeitstag oder gar ein ganzes Arbeitsjahr pro Mitarbeiter erheblich. Eine stärker visuell orientierte Kommunikation kann damit einen erheblichen Teil zu einem effizienteren Informationsaustausch innerhalb eines Unternehmens beitragen.“ 

Profilbild von Lisa Priller-Gebhardt
Lisa Priller-Gebhardt

 ist freie Journalistin und schreibt über die deutsche Medienlandschaft, vorwiegend für das Fachmagazin Werben & Verkaufen, aber auch für Kontakter, Welt am Sonntag, SZ sowie den Blog der BLM. Themenschwerpunkte sind Fernsehen, Digitalwirtschaft sowie Printmedien. Nach einem Volontariat bei Hubert Burda Media und dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München arbeitete sie für Bunte, Bild, Freundin, Antenne Bayern und die Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung, Jetzt.

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